Der Gschänkliberg unter dem Weihnachtsbaum

 

In unserem Geld-Blog geht es um den bewussten und nachhaltigen Umgang mit Geld, das Nachdenken über Wünsche, Werte und Kosten. Dieser Blog-Beitrag stammt von Daniel Wehrli und ist erstmals auf www.kinder-cash.com erschienen. Und mit diesem Blog gibts auch eine Verlosung, mehr dazu findest du unten.

© Daniel Wehrli

Sinnvolles schenken

Kennen Sie das auch: Jedes Jahr während der Vorweihnachtszeit suchte ich in Katalogen, Spielzeugläden und Schaufenstern nach dem «perfekten» Geschenk für meinen Sohn und weitere Kinder in meinem Umfeld. Da es so viele tolle Spielzeugautos, Plüschtiere, Lego-Sets, Kinderbücher und weitere wunderschön präsentierte Dinge gibt, geschah es schnell, dass ich zu viele Geschenke einkaufte. Aber eben… Ich wollte den Kindern ja eine Freude bereiten, und habe dabei wohl immer wieder mal übertrieben. An Weihnachten lagerte dann unter und zuweilen auch neben dem Weihnachtsbaum ein grosser Berg Geschenke, und wir Erwachsenen fragten uns, ob das sinnvoll sei. Ich denke, ich bin nicht der einzige, dem es so geht.

Nun habe ich vor einiger Zeit die «Vier-Geschenke-Regel für Kinder» im Netz entdeckt, und die geht so:

  1. Gib ihnen etwas, das sie wollen.
  2. Gib ihnen etwas, das sie brauchen.
  3. Gib ihnen etwas, das sie tragen.
  4. Gib ihnen etwas, das sie lesen.

Was mir an dieser Idee so gefällt:

  • Sie ist auf jedes Familien-Budget anwendbar.
  • Sie hilft, den Geschenke-Berg unter Kontrolle zu halten.
  • Sie kann gut mit den Grosseltern und weiteren Schenkenden besprochen werden.
  • Sie lässt trotz der Einschränkung Platz für kleine «Übertreibungen», die aber in einem oder zwei Geschenken konzentriert sein können.
  • Sie zwingt uns zu überlegen, ob es zum Beispiel das neongrüne Plüschkätzchen wirklich in die Auswahl der Geschenke schaffen sollte.

Hier einige als Beispiele gedachte Ideen für Kleinkinder, Schulkinder und für Teenager:

Kleine Kinder

  1. Etwas, das sie wollen: Einen Kaufladen
  2. Etwas, das sie brauchen: Neue Bettwäsche mit Bildern vom Lieblingstier
  3. Etwas, das sie tragen: Ein Prinzessinnenkostüm oder ein Feuerwehrmannkostüm
  4. Etwas, das sie lesen: Ein Märchenbuch, aus dem Sie vor dem Schlafengehen vorlesen, oder etwas wie «Wo ist Walter».

Schulkinder

  1. Etwas, das sie wollen: Einen Roboter-Experimentierkasten, ein Game,  ein Lego-Set
  2. Etwas, das sie brauchen: Einen neuen Fahrradhelm, eine gute Lampe fürs Fahrrad
  3. Etwas, das sie tragen: Die In-Markenschuhe, zu denen Sie bisher immer nein gesagt haben.
  4. Etwas, das sie lesen: Lassen Sie sich in einer Buchhandlung beraten. Beispiel: «Die drei ??? Kids»

Teenager

  1. Etwas, das sie wollen: Einen (limitierten) Gutschein für die Handy-Verbindungskosten, ein Smartphone
  2. Etwas, das sie brauchen: Laptop, Tablet, …
  3. Etwas, das sie tragen: Eine Geschenkkarte für den Lieblings-Kleiderladen
  4. Etwas, das sie lesen: Einen Gutschein für Bücher, das Jahres-Abo für ein Magazin über ihr Hobby

Die Weihnachtszeit bekommt mit diesem Vorgehen eine neue Qualität: Sie haben weniger Stress, die Kinder sind weniger überfordert, wer möchte, kann etwas für das Familien-Budget tun, und… weniger Geschenke werden nach zwei Tagen uninteressant.

Übrigens: Für Kinder bis 7 Jahre sind Mama und Papa allwissend. Sie imitieren gerne deren Verhalten, nicht zuletzt auch beim Umgang mit Geld und Konsum. Leider scheuen sich viele Eltern, bereits mit Vorschulkindern das «Geld-Thema» anzugehen. Dabei würde es sich ungemein lohnen! Denn Kinder eignen sich in diesen Jahren wichtige Fähigkeiten und Gewohnheiten an, wie vorausplanen und warten können. Spätestens ab der Pubertät wird es schwieriger, diese Verhaltensweisen zu beeinflussen, da Verhaltensweisen nicht mehr geformt, sondern verändert werden müssen. Daher ist es empfehlenswert, das «Geld-Thema» spätestens anzugehen, wenn die Kinder begreifen, dass man mit Geld Dinge kaufen kann – Taschengeld ist ein guter Start. Und was ich aus eigener Erfahrung weiss: Unterschätzen Sie bitte als Eltern nie, wie stark Ihre Verhaltensweise die Entwicklung Ihrer Kinder prägt – ein Vielfaches mehr als Ihre Worte.

Daniel Wehrli ist Gründer von Kinder-Cash und lebt mit seiner Partnerin in Winterthur. Er ist Vater eines 27-jährigen Sohnes. Mit Kinder-Cash wird an Grundschulen in 14 deutschen Bundesländern unterrichtet, in der Schweiz wurden rund 50 000 Primarschulkinder (über alle Kantone verteilt) mit Kinder-Cash ausgerüstet, und in Familien in ganz Europa und darüber hinaus üben Kinder mit Kinder-Cash den bewussten Umgang mit Geld.

Verlosung Familien-Aktion Kinder-Cash:

Kinder-Cash und Kinderthur.ch verlosen als Familien-Aktion ein Lern-Set von Kinder-Cash. Da ist alles dabei: Ein rotes Sparschwein (viergeteilt), ein Elternheft inklusive 118-seitigem Kurs zum Download, ein Kidsheft mit Übungen zum Kurs und ein Malheft. ​​So funktioniert das Kinder-Cash-Sparschwein.
Schickt einfach eine E-Mail an meb@kinderthur.ch mit dem Betreff «Familienaktion Kinder-Cash». Die E-Mails müssen am 6. Dezember 2017 abgesendet werden. Der oder die GewinnerIn wird ausgelost und benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

 

By | 2017-11-28T16:10:54+00:00 November 27th, 2017|Achtsamkeits-Blog|0 Comments