Tipps für Eltern (hoch)sensibler Kinder II

Ein bunter Strauss an hilfreichen Tipps und Tricks, wie der Alltag mit hochsensiblen Kindern etwas leichter werden kann: Eltern-Coach Kathrin Berweger stellt in unserer Blog-Serie Strategien vor, welche sie in ihren Elternkursen von betroffenen Familien sammeln konnte. Heute: Reizthema Essen.

Essen und Unterzuckerung – der Gemüsetrick

In meinen Elternkursen sind Konflikte und Reibungsflächen, die Eltern in ihrem Erziehungsalltag mit ihren hochsensiblen Kindern erleben, immer wieder Thema. Speziell der Austausch der Eltern in meinen Kursen wird als sehr hilfreich und bereichernd erlebt, weil es immer wieder zu Aha-Erlebnissen kommt und weil Gelingendes im Erziehungsalltag ausgetauscht und gesammelt wird. Inzwischen ist einiges an Tipps zusammengekommen, wie die Eltern mit den konfliktreichen Themen im Erziehungsalltag mit ihren hochsensiblen Kindern umgehen können. Diese Sammlung möchte ich hier gerne vorstellen.

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Hochsensible Kinder sind mitunter sehr heikle Esser. Das kann sich äussern, indem sie sehr selektiv nur das essen, was sie mögen. Bei den Speisen und Zwischenmahlzeiten, die sie mögen, wird zugegriffen, um dann bei Mahlzeiten, die weniger schmecken, zurückhaltend sein zu können. Vielleicht mag ein Kind bei Früchten nur Bananen, bei Gemüse nur rohe Rüebli. Ein anderes Kind liebt Früchte, dafür kein Gemüse. Wie ist nun damit umgehen? Soll man immer wieder zum Probieren geben oder vielleicht sogar sagen, dass gegessen wird, was auf den Tisch kommt? Die Eltern aus den Elternkursen gehen unterschiedlich mit dem Thema um. Der Grundtenor ist aber, dass Fragen rund um das Essen entspannt anzugehen sind. Eine Mutter sagt sogar: «Bei Tisch will ich keine Konflikte.» Bei ihr gibt es immer Nudeln mit Sauce, da sie weiss, dass das ihre Kinder mögen. Eine andere Mutter hat immer Cracker oder auch Gemüsesticks griffbereit, falls das Gekochte nicht schmeckt.

Durch Unterzuckerung der Kinder – oder auch der Eltern – können Gefühlsausbrüche, aufschwellende Konflikte und schwieriges Verhalten spürbar werden. Eine Mutter klagt, dass ihre Kinder oft eine halbe Stunde vor dem Essen schon Hunger haben. Hier können kleine Snack in Form von Crackern oder auch Gemüse (Rüebli, Gurken, Peperoni) den ersten Hunger stillen und die Stimmung beim eigentlichen Essen heben. Eine Mutter meinte augenzwinkernd, dass Kinder auf diesem Weg wenigsten zu etwas Gemüse greifen. Eine andere Mutter hat von ihrem Kinderarzt die Empfehlung bekommen, ihrem Kind, das am Morgen nicht auf Touren kommt, Traubenzucker als Starthilfe zu geben. Nach den ersten Versuchstagen ist diese Mutter der Meinung, dass dies helfe.

Gegen Unterzuckerung unterwegs oder zwischen den Mahlzeiten hilft eine «Erste-Hilfe-Snack Box». Darin könnten beispielsweise Cracker, Bananen, getrocknete Früchte, Rüebli und Farmer sein. Gute Erfahrungen machen die Eltern auch mit regelmässigen Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten. Auf diese Weise kann einer Unterzuckerung vorgebeugt werden.

Kathrin Berweger ist Mutter von zwei Kindern, Eltern-Bildnerin, Begabungsexpertin und Marte-Meo-Therapeutin und bietet unter anderem die Elternkurse Hochbegabung / Hochsensibilität und Starke Eltern – starke Kinder an. Dieser Blog-Text ist zuerst auf ihrer Website artcoaching berweger erschienen.

 

By | 2018-07-12T20:06:27+00:00 July 12th, 2018|Achtsamkeits-Blog, Familienalltag, Uncategorized|0 Comments