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Monday, Monday, I like Monday!

Konfetti

© drubig-photo / Fotolia

Die kleinen Farbtupfer im Alltag machen den Unterschied. Der kleine, feine Montagsblog «Monday, Monday, I like Monday» ist ein Muntermacher für den Wochenanfang. Ein netter Gedanke, wie ein farbiges Konfetti, das dir deinen Montag für einen Augenblick versüssen soll.

Hol dir hier deinen Muntermacher für die Woche ab – jeweils ab Montag für eine Woche auf diesem Kanal. Mit unserem Wochen-Konfetti wünschen wir dir einen guten Wochenstart! Herzliche Grüsse von Kinderthur.ch.

 

Pu: «Ein Tag mit Dir ist mein Lieblings Tag. Also ist heute mein neuer Lieblings Tag.»


By | 2017-12-11T10:11:36+00:00 December 11th, 2017|Monday Monday, I like Monday|0 Comments

Hey, ho, Samichlaus!

Samichlaus, du liebe Maa… Es ist Chlaustag! Und spätestens seit dem Chlauseinzug vom letzten Sonntag in der Winterthurer Altstadt sind die Chläuse allgegenwärtig.

Es samichlauset überall. Beim Eindunkeln verschwindet hinter der einen oder anderen Hausecke ein langer, roter Mantel, und an den einen oder anderen Baum wird ein müdes Eseli angebunden und wartet, bis die Reise weitergeht. In den Einkaufszentren verteilen die Chläuse Nüssli, im Rössli-Tram vom Untertor beschenkt der Samichlaus die Kinder mit Mandarinli und dieses Jahr auch mit Kinderthur-Biberli. Der Samichlaus und der Schmutzli besuchen die Kinder in den Schulen, Kindergärten und zu Hause. Und alle ausser den ganz Kleinen lieben den Mann im roten Kapuzenmantel mit dem langen, weissen Bart.

Nikolaus von Myra

Aber wie war das noch mal genau mit dem Samichlaus? Eine der schönsten Samichlaus-Legenden geht so: Nikolaus lebt in Myra, das ist in der heutigen Türkei. Beim Tod seiner Eltern erbt er viel Geld. Statt es auszugeben, möchte er es an ärmere Menschen verschenken und ihnen damit eine Freude machen – aber heimlich. Deshalb wirft er drei armen Mädchen Geld durch den Kamin, das dann zufällig in einem aufgehängten Strumpf landet. Den Menschen bleiben die guten Taten von Nikolaus nicht verborgen, und sie möchten, dass er ihr Bischof wird. So kommt es, und auch als Bischof tut Nikolaus für die Menschen viel Gutes. Am Todestag des Nikolaus von Myra, dem 6. Dezember, kommt der Samichlaus im Gedenken an diesen Wohltäter zu den Kindern, um ihnen mit dem Chlaus-Säckli eine Freude zu machen. Zumindest war es so, bevor man den Nikolaus als strafenden Erziehungshelfer zu missbrauchen begann. Und wie es scheint, haben die meisten Samichläuse heutzutage keine Fitze mehr im Gepäck, sondern wenden sich wieder der Tradition des Freudebereitens zu. Bei Radio Gwunder vom 26. November 2017 gibts die Samichlaus-Legende übrigens zum Zuhören.

Tja – und was tun, wenn man keinen privaten Samichlaus mehr für diese Woche ergattern konnte? Eine Alternative ist der Besuch bem Samichlaus zu Hause: Er lädt noch bis und mit dem 6. Dezember in sein Hüsli im Wald ein, wo es so schön nach Madarinen, Äpfeln, Tee und Nüssen duftet. Dort kann man auch endlich einmal das Eseli vom Samichlaus sehen. Denn mit diesem Eseli ist es ja immer so eine Sache… Alles freut sich auf das graue Tier, das dann doch nie erscheint. Weil es krank ist. Oder alt. Oder grade mal eben eine Pause brauchte.

Samichlaus-Lesung mit Bruno Hächler

Dies hat den Winterthurer Kinderbuchautor und -musiker Bruno Hächler unter anderem zu seinem neuen Buch «Nikolaus, wo bleibst du?» inspiriert: «Ich bin in Kindergärten und Schulen immer wieder darauf angesprochen worden, dass es nur wenige Bilderbücher gibt, die den Samichlaus so zeigen, wie wir ihn in der Schweiz kennen. Also habe ich angefangen, über eine Geschichte nachzudenken. Und weil der Esel erfahrungsgemäss recht oft krank ist … » Also erzählt Bruno Hächler in seinem Buch die Geschichte vom kranken Samichlaus-Eseli. Wer sich vergeblich um einen Eintritt in die ausgebuchten Lesungen in der Stadtbibliothek bemüht hat, dem sei verraten: Bruno Hächler wird am 17. Dezember 2017 im Rössli-Tram vom Untertor aus seinem Buch vorlesen und erzählen! Auch am 10. Dezember 2017 wird das Buch während der Fahrt im Rössli-Tram erzählt. Möglicherweise sogar vom Samichlaus…

Denn der Samichlaus fährt natürlich mit im Trämli und verteilt Mandarinli an die Kinder – und in diesem Jahr auch gefüllte Biberli von Kinderthur.ch. Koordiniert wird das Rössli-Tram von der Untertorvereinigung seit Jahren von Peter Moll, Inhaber des im Frühling geschlossenen Kindergeschäftes Spikus. Moll verbindet mit dem Rössli-Tram die Leidenschaft zum Samichlaus: «Ich sammle auch Kläuse und habe schon über 150 in meinem Inventar. Die Adventszeit fasziniert mich einfach mit ihrem Licht und den Kerzen – und eben allem rund um den 6. Dezember», sagt der bekennende Chlaus-Fan.
Gut zu wissen I: Das Rössli-Tram fährt bis am 23. Dezember 2017 jeden Nachmittag ausser am Montag, da haben Rössli und Samichlaus frei. Start ist jeweils in der Münzgasse, die Fahrt führt über Untertor, Marktgasse, Graben und die Stadthausstrasse wieder zurück und dauert zwischen 15 und 20 Mintuten. Pro Nachmittag gibt es etwa 8 bis 10 Fahrten.
Gut zu wissen II: Die Nikolaus-Bücher von Bruno Hächler sind mancherorts bereits vergriffen und werden nächstes Jahr neu aufgelegt. Ein kleiner Geheimtipp: Im neu umgebauten Shop der Tourist Information am Hauptbahnhof gibt es noch einige Exemplare. Und auch im Chinderlade dürften wohl noch ein paar wenige zu finden sein.

Last-Minute-Chlaus-Versli

Für alle, die noch auf der Suche nach einem passenden Versli sind, gibts hier zwei Samichlaus-Sprüchli, ausgedacht von Lena (8 Jahre):

Samichlaus, Samichlaus, schön, dass d’ wieder chunsch!
Samichlaus, Samichlaus, trink en heisse Punsch!
Samichlaus, Samichlaus, chunnsch vom tüüfe Wald,
Samichlaus, Samichlaus, det isch’s bitter chalt.
Samichlaus, Samichlaus, chumm i oises Huus,
Samichlaus, Samichlaus, wärm dich det grad uf!

***

Wer chunnt dänn da?
Das isch dä Samichlaus, aha!
Bitte lär doch feini Sachä us,
Mir sind nämli guäti Chind i dem Huus!

 

 

Kinderthur.ch wünscht euch fröhliches Chlausen und eine schöne und ruhige Vorweihnachtszeit!

Dieser Blog-Beitrag stammt von Marion Eberhard. Sie ist die Gründerin von Kinderthur.ch, Journalistin und Inhaberin des Textbüros Textundwort. Mit ihrer Familie lebt sie in Winterthur.

 

 

By | 2017-12-05T20:19:38+00:00 December 5th, 2017|Special|0 Comments

Der Gschänkliberg unter dem Weihnachtsbaum

 

In unserem Geld-Blog geht es um den bewussten und nachhaltigen Umgang mit Geld, das Nachdenken über Wünsche, Werte und Kosten. Dieser Blog-Beitrag stammt von Daniel Wehrli und ist erstmals auf www.kinder-cash.com erschienen. Und mit diesem Blog gibts auch eine Verlosung, mehr dazu findest du unten.

© Daniel Wehrli

Sinnvolles schenken

Kennen Sie das auch: Jedes Jahr während der Vorweihnachtszeit suchte ich in Katalogen, Spielzeugläden und Schaufenstern nach dem «perfekten» Geschenk für meinen Sohn und weitere Kinder in meinem Umfeld. Da es so viele tolle Spielzeugautos, Plüschtiere, Lego-Sets, Kinderbücher und weitere wunderschön präsentierte Dinge gibt, geschah es schnell, dass ich zu viele Geschenke einkaufte. Aber eben… Ich wollte den Kindern ja eine Freude bereiten, und habe dabei wohl immer wieder mal übertrieben. An Weihnachten lagerte dann unter und zuweilen auch neben dem Weihnachtsbaum ein grosser Berg Geschenke, und wir Erwachsenen fragten uns, ob das sinnvoll sei. Ich denke, ich bin nicht der einzige, dem es so geht.

Nun habe ich vor einiger Zeit die «Vier-Geschenke-Regel für Kinder» im Netz entdeckt, und die geht so:

  1. Gib ihnen etwas, das sie wollen.
  2. Gib ihnen etwas, das sie brauchen.
  3. Gib ihnen etwas, das sie tragen.
  4. Gib ihnen etwas, das sie lesen.

Was mir an dieser Idee so gefällt:

  • Sie ist auf jedes Familien-Budget anwendbar.
  • Sie hilft, den Geschenke-Berg unter Kontrolle zu halten.
  • Sie kann gut mit den Grosseltern und weiteren Schenkenden besprochen werden.
  • Sie lässt trotz der Einschränkung Platz für kleine «Übertreibungen», die aber in einem oder zwei Geschenken konzentriert sein können.
  • Sie zwingt uns zu überlegen, ob es zum Beispiel das neongrüne Plüschkätzchen wirklich in die Auswahl der Geschenke schaffen sollte.

Hier einige als Beispiele gedachte Ideen für Kleinkinder, Schulkinder und für Teenager:

Kleine Kinder

  1. Etwas, das sie wollen: Einen Kaufladen
  2. Etwas, das sie brauchen: Neue Bettwäsche mit Bildern vom Lieblingstier
  3. Etwas, das sie tragen: Ein Prinzessinnenkostüm oder ein Feuerwehrmannkostüm
  4. Etwas, das sie lesen: Ein Märchenbuch, aus dem Sie vor dem Schlafengehen vorlesen, oder etwas wie «Wo ist Walter».

Schulkinder

  1. Etwas, das sie wollen: Einen Roboter-Experimentierkasten, ein Game,  ein Lego-Set
  2. Etwas, das sie brauchen: Einen neuen Fahrradhelm, eine gute Lampe fürs Fahrrad
  3. Etwas, das sie tragen: Die In-Markenschuhe, zu denen Sie bisher immer nein gesagt haben.
  4. Etwas, das sie lesen: Lassen Sie sich in einer Buchhandlung beraten. Beispiel: «Die drei ??? Kids»

Teenager

  1. Etwas, das sie wollen: Einen (limitierten) Gutschein für die Handy-Verbindungskosten, ein Smartphone
  2. Etwas, das sie brauchen: Laptop, Tablet, …
  3. Etwas, das sie tragen: Eine Geschenkkarte für den Lieblings-Kleiderladen
  4. Etwas, das sie lesen: Einen Gutschein für Bücher, das Jahres-Abo für ein Magazin über ihr Hobby

Die Weihnachtszeit bekommt mit diesem Vorgehen eine neue Qualität: Sie haben weniger Stress, die Kinder sind weniger überfordert, wer möchte, kann etwas für das Familien-Budget tun, und… weniger Geschenke werden nach zwei Tagen uninteressant.

Übrigens: Für Kinder bis 7 Jahre sind Mama und Papa allwissend. Sie imitieren gerne deren Verhalten, nicht zuletzt auch beim Umgang mit Geld und Konsum. Leider scheuen sich viele Eltern, bereits mit Vorschulkindern das «Geld-Thema» anzugehen. Dabei würde es sich ungemein lohnen! Denn Kinder eignen sich in diesen Jahren wichtige Fähigkeiten und Gewohnheiten an, wie vorausplanen und warten können. Spätestens ab der Pubertät wird es schwieriger, diese Verhaltensweisen zu beeinflussen, da Verhaltensweisen nicht mehr geformt, sondern verändert werden müssen. Daher ist es empfehlenswert, das «Geld-Thema» spätestens anzugehen, wenn die Kinder begreifen, dass man mit Geld Dinge kaufen kann – Taschengeld ist ein guter Start. Und was ich aus eigener Erfahrung weiss: Unterschätzen Sie bitte als Eltern nie, wie stark Ihre Verhaltensweise die Entwicklung Ihrer Kinder prägt – ein Vielfaches mehr als Ihre Worte.

Daniel Wehrli ist Gründer von Kinder-Cash und lebt mit seiner Partnerin in Winterthur. Er ist Vater eines 27-jährigen Sohnes. Mit Kinder-Cash wird an Grundschulen in 14 deutschen Bundesländern unterrichtet, in der Schweiz wurden rund 50 000 Primarschulkinder (über alle Kantone verteilt) mit Kinder-Cash ausgerüstet, und in Familien in ganz Europa und darüber hinaus üben Kinder mit Kinder-Cash den bewussten Umgang mit Geld.

Verlosung Familien-Aktion Kinder-Cash:

Kinder-Cash und Kinderthur.ch verlosen als Familien-Aktion ein Lern-Set von Kinder-Cash. Da ist alles dabei: Ein rotes Sparschwein (viergeteilt), ein Elternheft inklusive 118-seitigem Kurs zum Download, ein Kidsheft mit Übungen zum Kurs und ein Malheft. ​​So funktioniert das Kinder-Cash-Sparschwein.
Schickt einfach eine E-Mail an meb@kinderthur.ch mit dem Betreff «Familienaktion Kinder-Cash». Die E-Mails müssen am 6. Dezember 2017 abgesendet werden. Der oder die GewinnerIn wird ausgelost und benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

 

By | 2017-11-28T16:10:54+00:00 November 27th, 2017|Achtsamkeits-Blog|0 Comments

Papa-Blog: Vaterschaftsurlaub

Im Papa-Blog geht es in regelmässigen Abständen um das Familienleben in Winterthur aus männlicher Sicht. Den heutigen Papa-Blog verdanken wir Marco Hollenstein.

Mehr Urlaub für Papa?

Urlaub ist gut. Mehr Urlaub ist besser. Das zumindest im Grundsatz. Denn geht es um Vaterschaftsurlaub, scheint es keinen gemeinsamen Nenner zu geben. Die Schweiz sei bezüglich Vaterschaftsurlaub ein «Entwicklungsland», findet der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!». Der Bundesrat hingegen sieht keinen Handlungsbedarf. Und die politischen Parteien bewegen sich irgendwo dazwischen.

www.pixabay.com

Was wollen die Väter? Wunsch und Wirklichkeit divergieren offenbar stark. Mehr als 90 Prozent wünschen sich mehr Zeit für die Familie (Pro Familia Schweiz, 2011). 81 Prozent befürworten einen bezahlten Vaterschaftsurlaub (Travail-Suisse, 2015). Und trotzdem arbeiten nicht einmal 10 Prozent der Väter tatsächlich Teilzeit (Bundesamt für Statistik, 2013).

Die Situation ist also komplex. Wie auch das Familienleben. Der Verein «Vaterschaftsurlaub jetzt!» und mit ihm 160 Organisationen fordern via Volksinitiative einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von 20 Tagen, flexibel zu beziehen im ersten Lebensjahr des Kindes, finanziert wie der Mutterschaftsurlaub über die Erwerbsersatzordnung. Im Parlament kursieren mehrere abgeschwächte Varianten zu dieser Maximalforderung, unter anderem auch der Vorschlag, den jetzigen Mutterschaftsurlaub als Elternzeit in dem Sinne zu flexibilisieren, dass ein Teil der 14 Wochen vom Vater bezogen werden kann.

Die Initiative ist aus verschiedenen Gründen wohl kaum mehrheitsfähig. Ob das schlimm ist, bleibe dahingestellt. Interessant ist in diesem Zusammenhang nämlich die Feststellung, dass europaweit zahlreiche Väter die ihnen zustehende, vom Staat bezahlte Auszeit unabhängig von deren Dauer gar nicht wahrnehmen («Warum Väter lieber arbeiten»). Was wiederum zur Frage führt, ob es überhaupt Aufgabe des Staates beziehungsweise der Gesamtbevölkerung und damit auch aller Kinderlosen ist, Vätern nach der Geburt bezahlte Freitage zu finanzieren. Oder ob es aufgrund der Vielfalt der gelebten Familienmodelle nicht den Eltern und Arbeitgebern überlassen werden soll, wie lange Papa nach der Geburt zuhause bleibt, indem er Ferien, Überzeit oder unbezahlten Urlaub bezieht. Zugespitzt formuliert: Wer wirklich will, frühzeitig plant und Prioritäten setzt, kann auch heute schon nach der Geburt eines Kindes die erste Zeit zuhause verbringen.

Unter dem Strich ist ein Vaterschaftsurlaub, wie lange auch immer, ohnehin nicht mehr als ein guter Anfang. Weiter aufgebaut und gelebt werden die Vaterrolle und die Beziehung zum Kind dann in all den kommenden Jahren. Und da ist Papa leider allzu oft längst wieder Vollzeit am Arbeiten.

Marco Hollenstein ist Hausmann und Jurist. Er lebt in Winterthur. Die Betreuung der vier gemeinsamen Kinder sowie die Haus- und Erwerbsarbeit teilt er sich gleichberechtigt mit
seiner Frau.

 

By | 2017-11-21T15:51:07+00:00 November 21st, 2017|Papa-Blog|0 Comments

Gesund durchs Jahr

Unser Gesundheitsblog widmet sich der sanften Behandlung der üblichen Kinderkrankheiten und der täglichen Wehwehchen und Beschwerden im Familienalltag. Den wiederholten Gang zum Kinderarzt kennen wir ja alle. Häufig reichen aber Hausmittel und altbekannte Methoden aus, um Beschwerden zu lindern. Und Heilpflanzen können oft Schlimmeres verhindern. Dieser erste Gesundheitsblog stammt von der Naturheilpraktikerin Nele Pintelon.

© creativefamily / Fotolia

Natürlich gesund – und die Welt wird (bleibt) rund

Immer wieder tauchen im Austausch mit Familien in meiner Praxis diese Frage auf: Welche Behandlung passt zu welcher Krankheit? Was lohnt sich zu bedenken? Wie viel Zeit habe ich, mir ein Bild zu machen? Methoden auszuprobieren?

Gerade durchlaufen wir eine Phase, in der viel Know-how von Grosseltern oder Urgrosseltern zu verschwinden droht. Antibiotika feiern ihren 70. Geburtstag, und sie sind das Oberhaupt einer riesigen Chemie-Familie. Die Schulmedizin treibt sehr oft zur Eile an. Ausnahmen – wo ihnen das Abwarten erlaubt wird – sollten unbedingt wertschätzend angenommen und weitererzählt werden. Denn da ist Gelassenheit mit im Spiel, und die ist heilsamer als jedes Medikament.

Grundsätzlich ist der menschliche Organismus auf Gesundsein angelegt. Der kindliche Organismus hat sogar eine so hohe Vital- oder Lebensenergie, dass er jede Krankheit sportlich zu bewältigen versucht.

Fieber und Schmerzen bei Kindern

Ja, sogar noch etwas mehr: Krankheiten, die im Menschen auftauchen, sind wie Abzweigungen, die der Erhaltung von Gesundheit dienen. Zum Beispiel:

Fieber macht uns schwitzen, der ganze Stoffwechsel kocht hoch, Entzündungserreger oder -stoffe werden schachmatt gesetzt. Und das Immunsystem erhält viele neue Informationen – es bekommt quasi ein «erweitertes Wörterbuch». Und mit diesem «Wörterbuch» namens spezifische Immunität hängt unsere Persönlichkeitsentwicklung stark zusammen! Fieber macht stark, öfter mal Fieber macht stärker.

Schmerzen bewirken, dass wir uns schonen. Bei Kindern, dass sie gehegt, getragen und beschützt werden. Schmerzen sind Warnsignale. Werden sie ernst genommen, können sie nachlassen oder uns zum Nachdenken und zu einer Kursänderung oder Pause anregen. In schwierigen Situationen – und das sind Schmerzen in komprimierter Form – lernen wir Strategievarianten. Sie machen uns resilient, das heisst flexibel für verschiedene Belastungssituationen.

Tipp zur sanften Behandlung bei den aktuellen Erkältungskrankheiten:

  • Heisses Bad nehmen und danach warm einpacken.
  • Holunderpunsch trinken. Wirkt schweisstreibend, daher danach sofort ins Bett. Holunderpunsch  gibts im Reformhaus, Bioladen oder selbst gemacht. Zur Not tut es auch heisser Holundersirup mit Honig.
    Holunderpunsch selbst gemacht

Grundlagen und Alltagstipps zum Gesundbleiben und zur sanften Behandlung:
Ursula Uhlemayr: «Bärenstarke Hausmittel für Kinder»; ISBN: 978-3-9807815-0-3
Michaela Glöckner: «Kindersprechstunde»; ISBN: 19919852
Maria Treben: «Gesundheit aus der Apotheke Gottes»; ISBN: 978-3-85068-090-5
Ein Klassiker der Naturheilkunde:
Dr. Alfred Vogel: «Der kleine Doktor»; ISBN: 978-3-906404-11-0

Alle naturheilkundlichen Darreichungen gut erklärt und weiterführende Links:
Die Klassiker der Komplementärmedizin

Nele Pintelon ist Naturheilpraktikerin mit eigener Praxis in Winterthur. Homöopathie, Schüssler Salze und Spagyrik sind ihre Schwerpunkte.

 

 

 

 

 

By | 2017-11-27T10:18:26+00:00 November 12th, 2017|Gesundheit|0 Comments

Chillen für Mama und Papa

Unsere Blog-Reihe zum Thema Achtsamkeit bietet Anregungen zum Runterfahren und Auftanken im Familienalltag. Dieser Blog-Beitrag stammt von Marion Eberhard.

© arcyto / Fotolia

Ich bin grade so was von gechillt. Echt jetzt. Das kam so: Ich habe eine zweitägige Auszeit hinter mir, so eine Art persönliche Retraite. Oder, anders gesagt: Ich hatte 48 Stunden für mich ganz alleine an einem schönen Ort, ging viel Wandern, habe fein gegessen und viel gelesen. Und war dabei so unglaublich kreativ. Die Ideen für den Umgang mit schwierigen Situationen in der Familie oder für die Arbeit sind mir nur so zugeflogen, so viel Platz war plötzlich in meinem Hirn. Den Kopf lüften, ein wenig Abstand vom Alltag und seinen Liebsten, um auch zu merken, wie sehr man sie vermisst – das ist eine Qualität, die im überfrachteten Familienalltag fehlt. So eine kleine Auszeit ist eine wunderbare Sache, um die Batterien aufzufüllen und auch die Prioritäten, falls nötig, wieder einmal neu zu ordnen.

Ich-Zeit, um die Seele baumeln zu lassen

Neben solchen Auszeiten gibt es auch die kleinen Oasen zum Auftanken. Als ich kürzlich meine Mittagspause mit einem Sandwich im Rosengarten auf einer Bank verbracht habe, mit Blick über die schon herbstliche Stadt, habe ich über grosse und kleine Auszeiten nachgedacht. Denn auch schon dieser Perspektivenwechsel in der Mittagspause, mit der Stadt weit unter sich, hat sich nach einer kleinen Auszeit angefühlt.
Grosse Auszeiten müssen geplant werden, der Partner vielleicht überzeugt, die Kinderhüte organisiert und so weiter und so weiter. Aber auch die kleinen Auszeiten haben es in sich. Wie eben dieser Blick von oben über die Stadt. Oder die wöchentliche Chorprobe. Das Fitnesstraining am Samstagmorgen. Der regelmässige Spaziergang oder Kino-Abend mit bester Freundin oder Partner, oder die Yogastunde am Donnerstagabend. Alles das eben, was uns aus dem Trott etwas herausholt und unsere Batterien wieder füllt.

Das beste Pflegemittel für die Seele?

Jeder findet solche Oasen mit Ich-Zeit an einem anderen Ort. Vielleicht ist es auch einfach ein bequemer Sessel in deiner Lieblingsecke im Wohnzimmer, in dem du die Seele baumeln lassen kannst. Vielleicht ist es die Erkenntnis, dass man beim Joggen endlich in Ruhe nachdenken oder einfach nur ungestört seinen Gedanken nachhängen kann. Oder vielleicht ist es Tanzen im Wohnzimmer zu deiner Lieblingsmusik, die dir mal wieder Raum für dich selber gibt. Solche Pflegemittel für die Seele lassen sich nicht immer einfach in den Familienalltag einbauen. Aber wenn es gelingt, können sie Wunder wirken. Und ausgeglichene Eltern – ja genau, wir wissen es alle – wirken sich günstig auf die Kinder aus. Daher müsste man eigentlich (more…)

By | 2017-10-16T07:17:48+00:00 October 16th, 2017|Achtsamkeits-Blog|0 Comments

Kinder-Blog «Ausprobiert»: Country Skate

 

Der Kinder-Blog auf kinderthur.ch:
Diese Rubrik heisst «Ausprobiert», und es geht dabei um einen Ort oder eine Veranstaltung, über welche/n ein Kind berichtet. Die Überprüfung auf Rechtschreibung findet bei kinderthur.ch statt, ansonsten ist der Text von Kinderhand geschrieben. Dieser Blog-Beitrag stammt von der achtjährigen Lena.

Country Ride im Tösstal. Lena, 8 Jahre

Ein Teil des Country Skate 901: Turbenthal bis Winterthur

Wir sind von Winterthur mit dem Zug bis nach Sennhof gefahren, und dort haben wir unsere Inlineskates angezogen. Und haben das Schild gesucht, das den Country Skate 901 anzeigt. Dann sind wir losgefahren in Richtung Turbenthal. Der Weg führt immer schön an der Töss entlang, und die Landschaft war wunderschön. Wir haben auf einem der Bänkli gepicknickt. Ich bin recht schnell müde geworden beim Fahren, obwohl der Belag zum Inlineskaten sehr gut ist. Darum war ich froh, dass man immer wieder an einem Bahnhof vorbei kommt und dass wir so nach einer Stunde dann mit dem Zug gemütlich wieder nach Winterthur fahren konnten.
Wegbeschrieb:
Von Winterthur nach Sennhof mit der S26 (17 Minuten vom Hauptbahnhof Winterthur, 8 Minuten vom Bahnhof Grüze) und dann auf den Country Skate 901 bis zu einem Bahnhof an der Strecke nach Turbenthal, von wo es wieder mit der S26 zurück geht.

 

 

 

By | 2017-09-26T18:31:33+00:00 September 26th, 2017|Kinder-Blog|1 Comment

Mit Kindern zur Ruhe kommen

Nichts gegen genügend Action und eine aktive Freizeitgestaltung. Das kann sehr befriedigend sein. Wenn es Zeiten gibt, in denen man auch mal die Seele baumeln lassen kann. Nichtstun. Ruhe. «Laaaaangweilig!», tönt es aus dem Kinderzimmer. Oder bedeutet Ruhe vielleicht doch nicht nur die grosse Leere? Unsere Blog-Reihe zum Thema Achtsamkeit setzt sich mit dieser Frage auseinander und bietet Anregungen zum Runterfahren und Auftanken im Familienalltag. Den ersten Text zu dieser Blog-Serie verdanken wir Tanja Polli:

© Patrick Daxenbichler / Fotolia

Das Leben unserer Kinder hat sich in den letzten zehn, zwanzig Jahren enorm verändert: Am Morgen geht’s früh in die Krippe, den Kindergarten oder die Schule. Fürs Mittagessen bleibt oft nicht viel Zeit und auch die Nachmittage sind häufig durchgetaktet. Kommen noch Prüfungen dazu oder Streit mit Freundinnen oder Freunden, zeigen schon kleine Kinder typische Stressreaktionen wie Schlaflosigkeit, Unruhe oder gar Kopf- und Bauchschmerzen. Meditation ist ein wunderbares Mittel, Kindern im Alltag Ruhe zu schenken. Die Wirkung ist wissenschaftlich belegt: Kinder, die meditieren, leiden seltener an Kopf- und Rückenschmerzen, sind selbstbewusster und weniger ängstlich, sogar die Wahrscheinlichkeit übergewichtig zu werden, soll sinken. Klingt toll, nicht? Und das Beste: Es funktioniert auch ohne Lotussitz.

In den alten Yogaschriften bedeutet «Dhyana», das wir mit «Meditation» übersetzen, nichts anderes als Betrachten, Nach-innen-wenden und Bedenken. Nehmen wir Meditation also wortwörtlich, wird schnell klar, dass es keine untere Altersgrenze für Achtsamkeitsübungen gibt. Ein dreijähriges Kind, dass minutenlang am Wegrand sitzt und mit ganzer Aufmerksamkeit einen Käfer beobachtet, meditiert. Es macht, was wir mit dem älter werden oft verlernen: Ganz bei einer Sache zu sein. Heute verlieren aufgrund der Reizüberflutung und dem stressigen Alltag schon viele Kinder diese Fähigkeit. Zum Glück lässt sich Achtsamsein aber trainieren. Denn auch wenn es nicht danach aussieht: Meditieren ist ein hochaktiver Prozess, etwas, dass man üben kann und muss. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass aufmerksamer wird, wer seine Achtsamkeit regelmässig schult.

Meditieren mit Kindern ist ganz einfach:

Bauchatmung
Legen Sie sich mit ihrem Kind oder als ganze Familie auf den Boden. Legen sie sich gegenseitig eine Hand auf den Bauch. Schliessen Sie die Augen und nehmen sie die Atembewegungen des anderen wahr. Wenn sie merken, dass das Kind unruhig wird, bitten Sie es, die Hand noch auf den eigenen Bauch zu legen und zu spüren, wie der eigene Atem fliesst. Sprechen Sie danach darüber, was sie gespürt haben.

Klangmeditation
Setzen sie sich im Kreis auf den Boden oder ein Kissen. Alle schliessen die Augen. Schlagen Sie dann eine Klangschale, einen Triangel oder ein grosses Glas an und horchen sie gemeinsam, wie lange der Ton zu hören ist. Ist der Ton verklungen, versuchen alle, zu hören, was man in der Stille hören kann. Den Hund des Nachbarn vielleicht, vorbeifahrende Autos oder das Knurren des eigenen Magens. Berichten Sie sich nach ein, zwei Minuten gegenseitig, was sie gehört haben.

Mantra-Meditation
Praktizieren Sie selber Yoga? Auch einfache Mantra-Meditationen eignet sich für Kinder. Setzen sich mit ihrem Kind, ihren Kindern in einen Kreis. Schliessen sie die Augen und wiederholen sie mit jedem Ausatmen ein Mantra. Das kann OM sein oder auch einfach «Ruhe». Grössere Kinder können versuchen, innerlich mit der Einatmung «Lass» mit der Ausatmung «Los» zu rezitieren.

Lichtmeditation
Vor allem im Winter ist die Lichtmeditation ein schöner Abschluss eines hektischen Tages. Setzen sie sich in einen Kreis, stellen Sie in der Mitte eine Kerze auf. Betrachten Sie die Kerzenflamme ein, zwei Minuten lang und schliessen Sie danach die Augen. Betrachten Sie, welche Bilder Sie nun mit geschlossenen Augen sehen können.

Mit Kindern bis zum Alter von ungefähr zehn Jahren reicht es völlig, drei bis fünf Minuten zu üben. Kinder erreichen sehr viel schneller als Erwachsene einen tiefenentspannten Geisteszustand. Um in den Genuss der wunderbaren Wirkungen der Meditation zu kommen, ist es aber wichtig, regelmässig zu praktizieren. Viel Spass!

Tanja Polli ist freie Journalistin, Yogalehrerin und (Mit-)Inhaberin des Yogastudios Yoga Tössfeld. Sie gibt unter anderem Yoga-Kurse für Kinder und Teens und übt mit ihnen auch Meditieren. Zudem ist sie Mutter von zwei erwachsenen Jungs. Sie lebt mit ihrer Familie in Winterthur.

 

 

By | 2017-09-15T08:08:15+00:00 September 11th, 2017|Achtsamkeits-Blog|0 Comments

«Lesen ist das Wichtigste!»

Christl Göth, die Verantwortliche für den Winterthurer Lesesommer, im Gespräch über die Lesefreude der Winterthurer Kinder und Jugendlichen, neue Medien und die Konkurrenz für das Lesen. Von Marion Eberhard.

Der 10. Winterthurer Lesesommer ist Geschichte, von 2421 Kindern haben 1457 Kinder bis zum Schluss am Wettbewerb mitgemacht. Was sagt das aus über das Leseverhalten der Winterthurer Kinder?
Christl Göth:
Ich sehe, dass das Leseverhalten stabil ist und der Rücklauf jedes Mal bei etwa 60 Prozent liegt. Die Kinder haben dieses Jahr fleissig und regelmässig gelesen. Man sieht auch, dass es den einen leichter fällt und dass andere es sich wirklich erarbeiten mussten – die einen haben an fast jedem Tag ein Kreuzchen gemacht, bei anderen gab es genau 30 Kreuzchen, man musste sie genau zusammenzählen.

Lesen die teilnehmenden Kinder freiwillig oder stecken da die Eltern dahinter?
Göth:
Es gibt natürlich Familien, in denen das Lesen klar unterstützt und gefördert wird und andere, wo sich die Kinder selber motivieren müssen, um mitzumachen. Jene erreichen wir entweder durch die Preise, die es zu gewinnen gibt, oder weil ihre Gspänli mitmachen. Aber diese Kinder haben dann niemanden im Hintergrund, der sie daran erinnert, den Lesepass auch zeitgerecht abzugeben. Sie müssen da viel mehr Arbeit leisten.

Was haben denn jene Kinder vom Lesesommer, die keinen Preis gewonnen haben?
Göth: Lesen ist stark eine Frage der Gewöhnung. Das ist auch die Idee des Lesesommers: Dass die Kinder merken, dass das Lesen durch Übung leichter geht und dass man Freude am Lesen empfinden kann, wenns einem geläufiger wird. Untersuchungen zeigen, dass es rein hirntechnisch bis zu einem Alter von etwa 14 oder 15 Jahren möglich ist, die Freude am Lesen zu entdecken. Wer bis dahin nicht erlebt hat, dass einen Geschichten richtig hineinziehen können, wird in seinem Leben wohl eher lesen müssen statt lesen wollen.

Im Zusammenhang mit dem Lesesommer haben Sie den Ausspruch gemacht: «Lesen ist das Wichtigste». Reden wir da vom Bücher-Lesen oder vom Lesen-Können überhaupt?
Göth:
Das Lesen ist natürlich als Kulturtechnik sehr wichtig, weil man es im ganzen Leben braucht und weil es die Teilnahme am gesellschaftlichen und politischen Leben erst ermöglicht und beruflich notwendig ist. Je geläufiger einem das Lesen ist, desto besser kann man sich vom rein technischen Vorgang – also die Buchstaben erkennen und Wörter bilden – mit dem Inhalt beschäftigen.
Aber Lesen bringt natürlich auch Entspannung; das Abtauchen in eine andere Welt ist eine sehr positive Erfahrung. Lesen tut einfach gut. Und: Durch das Lesen lernen Kinder, sich in andere hineinzuversetzen, die Empathie wird gefördert.

Wie können Eltern ihre Kinder beim Lesen(lernen) unterstützen?
Göth: Natürlich spielen die Eltern als Vorbilder eine grosse Rolle. Es gibt aber auch Eltern, die selber den Moment für den Einstieg verpasst haben, ihre Kinder aber gerne motivieren möchten. Da ist es sicher gut, Interesse zu zeigen an dem, was die Kinder von der Schule her lesen müssen. Sie können sich erzählen lassen, was ihnen an einem Buch gefällt oder sich vorlesen lassen. Oder gemeinsam in der Bibliothek nach geeigneten Büchern suchen und das Lesen zu einem Thema innerhalb der Familie machen.

Das Buch wurde mit dem Aufkommen der neuen Medien immer wieder totgesagt. Beobachten Sie einen Rückgang des Buchkonsums bei den Winterthurer Kindern?
Göth:
Nein, die Kinderbuch-Ausleihen sind ziemlich stabil über die letzten zehn oder fünfzehn Jahre. Andere Bereiche gehen zurück, aber nicht die Kinderbücher. Das Buch ist natürlich einfacher zu bedienen als ein E-Book, man sieht besser, wie viel man schon gelesen hat. Was die anderen Medien betrifft ­- früher gab es andere Games wie etwa den Gameboy, das ist ja nicht neu. Was ich nach 18 Jahren Lesesommer sagen kann: Die Kinder haben allgemein viel mehr Freizeitaktivitäten heute und sind viel stärker verplant. Sport, Förderkurse, Musik – sie haben viel weniger Leerzeiten als noch vor 20 Jahren. Es sind weniger die neuen Medien, die dem Lesen Konkurrenz machen, sondern vielmehr die durchgetaktete Freizeitgestaltung.

Christl Göth ist Leiterin Marketing / Öffentlichkeitsarbeit der Winterthurer Bibliotheken und stellvertretende Leiterin der Stadtbibliothek Winterthur.

Marion Eberhard hat Kinderthur.ch aufgbaut und lebt mit ihrer Familie in Winterthur. Sie arbeitet als Korrektorin, Journalistin und Texterin in ihrem Winterthurer Textbüro Textundwort.

 

 

 

By | 2017-09-11T18:42:30+00:00 September 1st, 2017|Spracherwerb und Leseförderung|0 Comments

Papa-Blog: Schulanfang

Im Papa-Blog geht es in regelmässigen Abständen um das Familienleben in Winterthur aus männlicher Sicht. Den heutigen Papa-Blog verdanken wir Marco Hollenstein.

Der erste Schultag

An meinem ersten Schultag gab es keine Hausaufgaben. Jedenfalls keine richtigen. Wir durften auf den folgenden Tag ein Bild ausmalen. Nichts schreiben, nichts rechnen. Ansonsten verlief meine Primarschulzeit ohne grössere Enttäuschungen. Zumindest aus meiner Sicht. Mein Schulthek war mit Kuhfell bestückt. Am Samstagmorgen war Unterricht. Und am Ende des Schuljahres gab es für jedes Kind einen Examen-Weggen.

Heute Montag starten in Winterthur 1101 Kinder mit der 1. Klasse. 1101 Mädchen und Buben schultern zum ersten Mal ihren Thek beziehungsweise ihr Thek-Set, bestehend aus ergonomischem Rucksack, anklickbarem Turnsack mit extra Badehosentasche, farblich abgestimmtem Etui entweder in dunkleren Blautönen mit Rennwagen, Superhelden oder Raketen (Jungs) oder in helleren Rosafarben mit Feen, Ponys oder allerlei Glitzer (Mädchen). Begleitet beziehungsweise allenfalls gefahren werden sie auf dem Schulweg von ihren Eltern, kleineren Geschwistern, nicht selten auch Grosseltern, Gotten und Göttis. Und überall werden Fotos geknipst und Handyfilmchen gedreht, was der Speicher hergibt.
1101 stolze, neugierige und wohl noch etwas scheue Erstklässlerinnen und Erstklässler stehen zum ersten Mal vor ihrer Lehrerin (im Kanton Zürich: 85,1 Prozent!), betreten zum ersten Mal ein Schulzimmer und nehmen zum ersten Mal in einer Schulbank Platz. 1101 Erwartungen, Vorstellungen und Träume von einer unbeschwerten Schulzeit. Sie möchten schreiben. Sie möchten rechnen. Sie möchten lesen. Und werden hoffentlich nicht schon bald eingeholt von elterlichen Förder- und schulischen Unterstützungsmassnahmen. Logopädie, Sportverein, Psychomotorik, Musikinstrument, Aufgabenhilfe, Selbstverteidigung, Deutsch als Zweitsprache, kreativer Ausdruckstanz…

Liebe Erstklässlerinnen, liebe Erstklässler, geniesst Euren ersten (noch unschuldigen) Schultag. Ich wünsche Euch einen guten Start. Und richtige Hausaufgaben.

Marco Hollenstein ist Hausmann und Jurist. Er lebt in Winterthur. Die Betreuung der vier gemeinsamen Kinder sowie die Haus- und Erwerbsarbeit teilt er sich gleichberechtigt mit seiner Frau.

By | 2017-11-21T15:56:52+00:00 August 21st, 2017|Papa-Blog|0 Comments