Der Weg vom Taschengeld bis zum ersten Lohn

Jeder weiß, dass Geld in unserem Alltag eine wichtige Rolle spielt. Sicher haben Sie sich auch schon überlegt, wie Sie mit diesem Erziehungs-Thema umgehen wollen. Damit Kinder lernen, bewusst und besonnen mit ihrem Taschengeld und später mit dem Lohn, mit Wünschen und Konsum umzugehen, müssen sie sich gewisse Basisfähigkeiten  aneignen. Die erste und wichtigste, damit das gelingt, ist, dass Kinder warten können. Je früher sie diese Fähigkeit erwerben, desto eher sind sie später in der Lage, die richtigen Entscheidungen zu fällen und kurz-, mittel- und langfristig zu planen. Dieser Blog-Beitrag stammt von Kinder-Cash-Gründer Daniel Wehrli und ist auf Kinder-Cash erschienen.

 

Die Eltern: Vorbild und Erziehung

Kinder haben viele Jahre Zeit, diese Dinge zu lernen. Zeigen Sie Ihren Sprösslingen Schritt für Schritt, spielerisch und dem Alter angepasst, wie sie zum Beispiel ihr Geld einteilen, Kosten voraussehen und die richtigen Sparziele finden können. Sie kennen Ihr Kind am besten und werden merken, welches der weiter unten angesprochenen Geld-Themen im Einzelnen gerade aktuell ist. Eine nach Alter geordnete Liste mit Erziehungszielen, möglichen Hilfen und Themen für die Eltern finden Sie ebenfalls weiter unten. Ihr eigener Umgang mit Geld hat großen Einfluss darauf, wie Ihr Kind mit Geld umgeht und in Zukunft umgehen wird. Wasser zu predigen und selbst Wein zu trinken – das klappt erfahrungsgemäß nicht.

 

 

Sparschwein Kinder-Cash Baum

 

 

 

 

 

 

 

 

Trotzdem: Vorbild ist nicht alles. Erziehung auch nicht. Jedes Kind bringt ganz eigene Facetten seiner Persönlichkeit mit auf die Welt. Worauf es ankommt, ist die Stärken und Schwächen im Umgang mit Geld zu erkennen, die eigenen und die seines Kindes, und gemeinsam zu lernen, damit verantwortungsbewusst umzugehen.

Begleiten Sie ihr Kind auf diesem Weg, indem Sie Geld auf verschiedenen Ebenen, in unterschiedlichen Situationen und Zusammenhängen zum Thema machen:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind beim Einkaufen über Geld. Machen Sie aus dem Preisvergleich ein Spiel, indem Sie gemeinsam Qualität und Quantität überprüfen. Diskutieren Sie darüber, was sein muss, und worauf man vielleicht verzichten kann. Zeigen Sie ihm, welche Prioritäten Sie setzen.
  • Sprechen Sei mit Ihrem Kind über Werte und die Überlegungen, die hinter Ihren Prioritäten stehen. Lassen Sie Ihr Kind selbst eine Prioritätenliste erstellen: Was brauche ich? Und warum? Was ist mir im Leben wichtig? Was ist weniger wichtig?
  • Sprechen Sie über Armut und Reichtum. Was heißt das eigentlich reich sein oder arm? Warum sind manche Menschen reich, andere arm? Welche Rolle spielen dabei Wirtschaftskrisen, Klimaeinflüsse, Naturkatastrophen?
  • Sprechen Sie übers Wünschen, Wartenkönnen und Verzichten. Erzählen Sie Ihrem Kind, was Sie sich wünschen und warum Sie auf die Erfüllung eines Wunsches lange gewartet oder vielleicht verzichtet haben.

  • Und ganz wichtig: Sagen Sie Nein, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind viele Wünsche und Erwartungen hat, aber wenig Bereitschaft zeigt, dafür selbst aktiv zu werden. Kinder, die gelernt haben, mit einem «finanziellen Nein» umzugehen, sind später im Leben seelisch sehr viel stabiler und weitaus weniger gefährdet, in Schwierigkeiten zu geraten (zum Beispiel mit Drogen, Kriminalität, Schulden), als Kinder, denen nie etwas entgegengesetzt wird.
  • Erklären Sie ihm, dass auch die kleinen, eigentlich gar nicht so teuren spontanen Kinder-Extras zu Buche schlagen. Eltern dürfen ruhig mal über einen gewissen Zeitraum hinweg notieren, was die vielen kleinen Extras, hier ein Eis, dort eine Haarspange oder ein Comic, insgesamt kosten. Manchmal zeigt sich dann, dass sie ein erheblicher Posten im Familienbudget sind.
  • Klären Sie vor der Shopping-Tour, was zu welchem Preis gekauft werden kann. Klare Regeln und Vereinbarungen geben Ihrem Kind Halt und Orientierung und ersparen Ihnen unschöne Szenen.

 

Dies lässt sich mit Kindern zum Thema Geld altersgerecht besprechen:

4 – 7 Jahre / Kindergartenkinder: «Das will ich sofort haben!»
Erziehungsziele: Wünsche, Warten können, entscheiden lernen, Werte vermitteln
Mögliche Hilfen: Geburtstagswunschliste, gemeinsam die Einkaufsliste erstellen und einkaufen, Sparschwein 
Themen der Eltern: Was leben wir unseren Kindern vor? Über Geld sprechen

7 – 12 Jahre / Schulkinder: «Die anderen haben das auch!»
Erziehungsziele:
Entscheiden lernen, Ziele und Prioritäten setzen, warten können, einteilen, bewusster Umgang mit dem eigenen Geld, planen, wollen/brauchen
Mögliche Hilfen: Taschengeld, Sparschwein, gemeinsame Ferienplanung
Themen der Eltern: Regeln fürs Taschengeld und Geldgeschenke, Umgang mit Medien und Marken, Vorbild

12 – 16 Jahre / Jugendliche: «Ich entscheide mit!»
Erziehungsziele:
Verantwortung übernehmen, Übersicht behalten, Selbstwert stärken, Ausgaben und Wünsche regulieren, Lebenskosten kennenlernen, eigenes Geld verdienen
Mögliche Hilfen: Taschengeld, «Jugendlohn», einfaches Budget erstellen, eigenes Konto, Debitkarte, Verdienstmöglichkeiten aufzeigen
Themen der Eltern: Vorbild, Vertrauen und Kontrolle, Hilfe bei der Budget-Erstellung, über Geld sprechen, Einbeziehen bei Anschaffungen in der Familie, Abmachungen treffen und einhalten

16 – 20 Jahre / Auszubildende: «Ich entscheide selbst!»
Erziehungsziele:
Verantwortung übernehmen, Übersicht behalten, Ausbildungsvergütung einteilen lernen, Beteiligung Kosten Familie (Wohnen, …), Rechtliches, Versicherungen, Steuern, Ordnung in den Finanzunterlagen
Mögliche Hilfen: Eigenes Budget erstellen, Konten einrichten (auch ein Sparkonto), Vorlage Ordner für Dokumente, Budget-App
Themen der Eltern: Eltern als Berater, Abmachungen treffen, über Geld sprechen, Unterstützung beim Budget, Lebenshaltungskosten besprechen

Junge Erwachsene: «Mitten im Leben»
Das erste volle Gehalt; was kann ich mir leisten? Wieviel kostet mein Lebenstil? Eigene Wohnung, WG oder erst noch Hotel Mama? Ein realistisches Budget erstellen. Worauf muss ich achten? Daueraufträge für Miete, Versicherungen usw., separates Sparkonto, Rückstellungen, bei Unsicherheiten Rat holen bei Eltern oder Vertrauensperson

Der Kreis schliesst sich: «Meine eigene Familie»
Vorbild:
Was leben wir unserem Kind vor?
Ausgaben:
Wofür geben wir unser Geld aus?
Budget: Detailbudget erstellen
Finanzen: Wer hat in unserer Familie den Überblick?

Cleveres Geld-Management mit dem cleveren Sparschwein

Zum cleveren und vielfach ausgezeichneten Kinder-Cash Sparschweins hier ein kurzes Erklär-Video. Mit seinen vier Fächern und weiteren Extras unterstützt es Eltern und Lehrpersonen bei der kindgerechten Vermittlung der wichtigsten Fähigkeiten rund um Geld und Konsum. Da sich nicht alles im Leben nur ums Geld dreht, hat es neben den Fächern für kleine, mittlere und grosse Wünsche ein viertes Fach für die «Gute Tat»:

 

 

Daniel Wehrli ist der Gründer von Kinder-Cash und lebt mit seiner Partnerin in Winterthur. Er ist Vater eines 28-jährigen Sohnes. Mit Kinder-Cash wurden rund 50 000 Primarschulkinder (über alle Kantone verteilt) ausgerüstet, an Grundschulen in 14 deutschen Bundesländern wird damit unterrichtet, und in Familien in ganz Europa und darüber hinaus üben Kinder mit Kinder-Cash den bewussten Umgang mit Geld.

2019-06-09T21:15:29+02:00Januar 14th, 2019|