Einen eigenen Song komponieren, Musik und Text, das hat die 15-jährige Sarina Molinari gemacht. «I wanna risk it all» ist ihre Abschlussarbeit am Talent Campus Winterthur. Sarina gehört zum ersten Jahrgang, der die Schule abschliesst. Und stellt auf Kinderthur ihren selbst komponierten Song vor. Zudem erzählt Sarina Molinari im Interview, wie man einen Song schreibt und wie der Talent-Campus so ist – und warum es dort unbedingt mehr Musikerinnen und Musiker braucht. Geniesst die Gänsehaut!

(«I wanna risk it all» – auf die CD klicken und anhören:)

 

Die Komponistin im Interview: «Musik ist meine Leidenschaft!»

Von Marion Eberhard

Wie gefällt dir dein Song?
Sarina Molinari: (lacht) «Ich habe ihn viel zu oft gehört! Aber ich bin sehr, sehr stolz darauf, dass ich die Tonaufnahmen in einer einzigen Wochen geschafft habe! Insgesamt hatten wir 14 Wochen Zeit. Zehn Wochen davon habe ich komponiert, dann habe ich drei Wochen benötigt, um das Porgamm kennenzulernen und hatte dann nur noch eine Woche Zeit für die Tonaufnahmen…»

Wie komponiert man einen Song?
Sarina Molinari: «Ich hatte keine Ahnung! Ich hatte zuvor noch nie komponiert. Also bin ich dann einfach mal ans Klavier gessessen und habe mir gedacht: So, jetzt hast du 88 schwarze und weisse Tasten. Jetzt musst du daraus IRGENDETWAS machen. Dann habe ich gepröbelt. Mit Akkordabfolgen, die ich immer bei meinem alten Klavierlehrer üben musste. Ich hatte es gehasst, aber jetzt merkte ich, dass das vielleicht doch ganz gut war… Ich habe mit den Akkordabfolgen einfach improvisiert. Insgesamt habe ich etwa 100 Aufnahmen davon auf dem Handy. Ich könnte noch etwa fünf Songs aus dem ganzen Material machen!»

Und wie entstand am Ende daraus dein Song?
Sarina Molinari: «Das Handy war wie ein Mindmap. Ich habe da alles aufgenommen, und der Song entstand schliesslich aus 10 bis 12 Aufnahmen dieser Akkordabfolgen in der gleichen Tonlage. Auch beim Texten habe ich improvisiert und einfach getextet, was mir gerade eingfallen ist. Es kamen verschiedene Texte zusammen, und einer passte dann am besten zur Musik.»

Der Song war deine Abschlussarbeit am Talent-Campus Winterthur. Die Schule gibt es erst seit drei Jahren. Was gefällt dir an diesem Konzept?
Sarina Molinari: «Ich hatte natürlich exterm viel Zeit für meine Musik. Jeden Vormittag vor den üblichen Fächern konnten wir uns unserem Spezialgebiet widmen. Und meine Unterrichtsstunden am Konsi oder an der Prova fanden auch während der Schulzeit statt.»

Und wie ist die Stimmung untereinander am Talent-Campus? Hast du das anders empfunden als in der Regelschule?
Sarina Molinari: «Es sind definitiv andere Leute hier als an anderen Schulen. Alle sind auf ihr Ziel fokussiert. Es gab zum Beispiel nie Mobbing. Auch wenn ich die ersten beiden Jahre Schwierigkeiten hatte, Anschluss zu finden – wir sind nur fünf Musiker*innen hier, die andere Schüler*innen kommen alle vom Sport. Aber es gibt keinen Neid, man gönnt den anderen ihre Erfolge. Man weiss ja selber auch, was man kann.»

Aber es war schierig für dich, Anschluss zu finden?
Sarina Molinari: «Ja, ich musste mich schon behaupten als Musikerin. Aber ich muss auch sagen, dass wir trotzdem sehr gut aufgenommen wurden. Die Lehrer*innen haben sich da auch immer stark eingesetzt und gesagt: schaut auch auf die, die was anderes als ihr macht. Es ist halt so, dass die Sportler*innen oft auch zusammen in ihrem Verein sind, bei uns Musikern ist das anders, wir sind eher alleine unterwegs. Das letzte Jahr aber war toll. Dennoch würde es mich freuen, wenn es mehr Musikerinnen und Musiker hier gäbe. Neu sind nach den Ferien nur noch vier Musiker*innen am Talent-Campus.»

Wie geht es nun nach der 3. Sek am Talent-Campus bei dir weiter?
Sarina Molinari:
«Ich werde nach den Sommerferien ans Wirtschaftsgymi Büelrain gehen. Ich möchte Lehrerin werden, und ich lerne extrem gerne. Musikalisch werde ich alles weiterführen: Klavier, Chor im Konsi, Band und Klassische- & Pop-Stimmbildung… Musik ist und bleibt sicher meine Leidenschaft.»

Sarina Molinari:

Die Winterthurerin Sarina Molinari, 15, singt im Chor des Konservatorium, seit sie 6 Jahre alt ist. Das Konservatorium nahm sie ins Förderprogramm auf – eine Voraussetzung für die Aufnahmen in den Talent-Campus. Sie spielt Klavier und singt neben dem Konsi-Chor seit einem Jahr in der Band «Groovetime» der Musikschule Prova. Mit «Groovetime» stand sie im Juni am Band it-Musikcontest auf der Bühne – und die Band hat es unter die 8 Finalisten geschafft, die am 14. August im Rahmen der Winterthurer Musikfestwochen auftreten werden.

Sarina Molinari kann für Gesangseinlagen an Hochzeiten, Beeredigungen, Konfirmationen, Taufen oder Geburtstagen engagiert werden:
076 476 45 00 / Mail: a.molinari@onconsulting.ch

Talent-Campus: die Kunst- und Sportschule auf Sekundarstufe

Der Talent-Campus Winterthur bietet  ausgewiesenen Talenten aus den Bereichen Sport, Musik oder Tanz mit hohem Trainingsaufwand die Möglichkeit, eine Sekundarschulausbildung und die sportliche oder musische Karriere gleichzeitig und ganzheitlich zu kombinieren. Die Talentförderung steht an der privaten Winterthurer Kunst- und Sportschule im Zentrum. Das bedeutet, dass die Schule um die sportliche respektive künstlerische Förderung der Jugendlichen herum gestaltet wird, damit sie sich so stressfrei wie möglich ihrem Spezialgebiet widmen können.

«Im Zentrum unserer Arbeit steht die persönliche Beziehung zu den Jugendlichen. Deshalb wird jedem Jugendlichen ein persönlicher Lerncoach als Vertrauensperson zugewiesen», schreibt Talent-Campus auf der Website. In regelmässigen Coachinggesprächen würden Themen wie Lern- und Lebensfragen oder Berufswahl besprochen. Ausserdem hat der Lerncoach die Funktion eines Bindegliedes zwischen den Eltern und der Schule.