500 Rubik’s Cubes von Kinderthur sind aktuell in der Jugendausstellung YOUseum des Museums Luzern zu sehen. Hier hat der 14-jährige Beda das Zauberwürfel-Projekt auf die Beine gestellt. Von Muriel Mueller, Museum Luzern
Der Rubik’s Cube hat in Beda, 14 Jahre alt, vom ersten Momentan an eine grosse Faszination ausgelöst. Zunächst war er einfach neugierig, wie man den Würfel eigentlich löst. Schnell interessierte ihn aber die Technik dahinter: die Logik, die Algorithmen und die Vielfalt an Lösungsmethoden. Es begann als blosses Ausprobieren, aber wurde schnell Teil von Bedas Alltag. Seit neun Monaten trainiert er regelmässig, den Cube so schnell wie möglich zu lösen.
Zwei Leidenschaften kombiniert
«Als ich das erste Mal von Speedcubing gehört habe, hat es mich gepackt. Es gibt Wettkämpfe, wer den Cube am schnellsten lösen kann. Ich wollte das auch unbedingt probieren und habe angefangen zu üben. Wenn man einmal verstanden hat, worauf man beim Lösen schauen muss, ist es ganz einfach. Dann kommt es auf die Technik an», so Beda. Diesen Frühling hat er sogar an einem Swisscubing-Wettbewerb teilgenommen, ein super spannendes Erlebnis, wie er sagt. Dabei ging es ihn nicht nur um die Zeit oder die Platzierung, sondern um die ständige Verbesserung.
«Genau das macht Cubing für mich so besonders. Es ist das perfekte Hobby gegen Langeweile, das nie langweilig wird – weil man sich immer weiterentwickeln kann.»
Das Speedcubing ist aber nicht Bedas einziges Hobby. Er ist sehr kreativ und in seiner Freizeit bastelt und tüftelt er immer wieder an neuen Projekten. Da er ein grosser Formel 1-Fan ist, hat er sich zum Beispiel aus Holz einen leuchtenden Helm seines Lieblingsfahrers Max Verstappen geschreinert. Diese Kreativität brachte Beda anfangs Jahr auf eine Idee:
«Ich war an einem Freitag im Jugendtreff, als uns Muriel und Malin ein Projekt im Museum Luzern vorgestellt haben. Sie sagten, dass wir selber eine Ausstellung machen dürfen über irgendein Thema, das uns interessiert. Ich habe dann gefragt, ob ich auch etwas zum Rubik’s Cube machen dürfte und die beiden haben sofort Ja gesagt. Ich hatte dann gleich die Idee, ein Gemälde aus den Cubes zu machen.»
Logistische Herausforderung
Rubik’s Mosaik heissen die bunten Bilder aus Hunderten von Würfeln, bei denen jeder einzelne in die richtige Position gedreht werden muss. Mithilfe einer speziellen Website hat Beda zuerst eine Vorlage erstellt und dann ging es los: Über 500 Cubes mussten verdreht und korrekt platziert werden.
«Das Drehen der Würfel ging eigentlich ganz leicht, das kann ich ja. Die Vorlage zu erstellen und einen Rahmen zu bauen, war aufwändiger. Auch wurde das Bild grösser, als ich am Anfang gedacht habe, und auch die Zwischenlagerung der Würfel, bis ich sie in den Rahmen legen konnte, war schwierig. Ich habe immer stückweise am Gemälde gearbeitet. Meine Eltern haben mir hölzerne Weinkisten gegeben, in denen ich immer einen Teil der fertigen Würfel lagern konnte. Für den Rahmen habe ich zusammen mit meinem Vater Holzbretter zugeschnitten, geschliffen und verschraubt. Der Rahmen ist fast zwei Meter lang und einen Meter hoch geworden. Als ich alle Würfel richtig im Rahmen platziert habe, haben wir eine Plexiglasscheibe montiert, damit nichts verrutschen kann. Dann mussten wir das Gemälde noch sicher ins Museum bringen, das war auch ein nicht so einfach, da das Bild sehr schwer war», erzählt Beda.
Zauberwürfel-Mosaik, Speedcubing und die Geschichte des Rubik’s Cubes
Als Motiv hat er sich für einen Formel 1 Rennwagen entschieden, um seine zwei grossen Leidenschaften zu kombinieren. In Bedas Ausstellungsteil erfährt man aber auch noch alles über die Geschichte des Rubik’s Cube und über das Speedcubing, es sind spezielle Würfel ausgestellt und man kann sich sogar im Speedcubing messen: Es stehen extra Cubes und ein Timer zur Verfügung.
Bedas Kunstwerk sowie die Kreationen und Themen von sechs weiteren Jugendlichen kannst du noch bis Mitte Februar im Museum Luzern in der Jugendausstellung «YOUseum» bestaunen. Beda konnte sein Gemälde dank dem Verein Kinderthur realisieren, von dem er die Würfel beziehen konnte – herzlichen Dank dafür!


