10 Jahre «Zebra»-CD: Bruno Hächler im Interview

Bruno Hächlers «Zebra»-CD feiert ihren 10. Geburtstag. Zum 10-Jahre-Jubiläum haben wir mit Bruno Hächler über seine Musik, das Schreiben und sein neues Weihnachtsbuch gesprochen. Zum Geburtstag verlosen Bruno Hächler und Kinderthur ein Zebraset mit CD, Songbuch und dem brandneuen Zebra-Bag. Von Marion Eberhard

Ihre CD «Zebra» feiert ihr 10-Jahre-Jubiläum. Was bedeutet Ihnen «Zebra»?
Bruno Hächler:«Zebra» war das Nachfolge-Album von «Langi Ohre», das mich bekannt gemacht und den Lollipop-Award für die beste Kinder-CD gewonnen hat. Man spürt auf der «Zebra»-CD, dass ich angefangen habe, auf grösseren Bühnen aufzutreten. Sie ist grooviger, bandlastiger geworden – eine Entwicklung, die sich mit «Stadtfüchs» und «Zwei Streife» fortgesetzt hat. Ich erinnere mich noch gut, als wir zum ersten Mal «Superman» gespielt haben: Da sind die Kinder richtig ausgeflippt.

Warum haben Sie die CD nach dem «Zebra»-Song benannt?
Bruno Hächler: «Zebra» heisst die CD, weil ich kurze, prägnante Titel mag und der Zebra-Song thematisch ein wichtiger Song ist: Dieser Wunsch, anders zu sein und doch sich selber zu bleiben, taucht immer mal wieder auf.

Was kommt Ihnen in der Regel zuerst in den Sinn, wenn Sie ein Lied schreiben: Melodie oder Text?
Bruno Hächler: Beides zusammen. Eine Zeile, zu der ich gleichzeitig eine Melodie oder einen Rhythmus im Ohr habe – so fängt es meistens an.

Was machen Sie lieber: Lieder oder Geschichten schreiben?
Bruno Hächler: Ich mache beides gleich gerne.

Haben Sie schon mal Geschichten für Erwachsene geschrieben?
Bruno Hächler: Ja, früher habe ich für Erwachsene geschrieben.

Was ist der Unterschied, wenn man für Kinder oder Erwachsene schreibt?
Bruno Hächler: Manchmal denke ich, dass der Unterschied gar nicht so gross ist. Wenn mich etwas interessiert und berührt, kann ich darüber schreiben, nur gehe ich verspielter, fantasievoller an die Kindergeschichten heran. Mir liegen diese kurzen Texte, in denen jedes Wort wichtig ist und in denen man auf einfache Art viel aussagen kann.

Sie haben selbst keine Kinder, wie lassen Sie sich inspirieren?
Bruno Hächler: Ich versuche, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Wenn ich Themen für Lieder und Geschichten suche, sind die Antennen immer ausgefahren. Dann kann ein Foto in der Zeitung, ein Satz, den jemand sagt, die Gedanken ins Rollen bringen.

Woher wissen Sie, was Kinder beschäftigt und was sie mögen?
Bruno Hächler: Kinder sind ja wie wir Erwachsenen sehr verschieden, darum versuche ich auf mein eigenes inneres Kind zu hören. Ich schreibe über Dinge, die mich beschäftigen oder als Kind beschäftigt haben. Und hoffe dann, dass ich mein Publikum damit erreiche.

Stehen Sie so richtig und mit viel Lust auf der Bühne oder haben Sie manchmal auch ein wenig Lampenfieber vor dem Auftritt?
Bruno Hächler: Ich habe immer noch ziemlich stark Lampenfieber, und das muss irgendwie so sein. Es bringt mich in die richtige Spannung. Aber wenn ich mal auf der Bühne stehe und es gut läuft, geniesse ich die Auftritte.

Wo entstehen die besten Ideen?
Bruno Hächler: Unterwegs. Beim Spazieren, im Zug … Wichtig ist, sich nicht abzulenken, den Gedanken freien Lauf zu lassen.

Welches ist Ihr persönliches Lieblingslied unter Ihren Liedern?
Bruno Hächler: Oh, da gibt es eine ganze Menge: «Sibesache», «Üle im Baum», «Mäntig, Zischtig», «De Dachs», «Ich wohne i de Stadt», «Sibe langi Schlange», «Maiechäfer, flüg devo», «Tanze, tanze», «De Reiher» und viele mehr …

Und wie heisst das Lieblingsbuch unter den eigenen Büchern?
Bruno Hächler: Ich mag alle meine Bücher sehr und ich erzähle sie immer wieder gerne. Aber das erste Buch in den Händen zu halten, ist schon ein unglaublicher Moment. Von daher bleibt «Hubert und der Apfelbaum» etwas Besonderes für mich.

Gibt es dieses Jahr ein Weihnachtsbuch von Ihnen?
Bruno Hächler: Es gibt in gewisser Weise sogar zwei. Das Bilderbuch «Nikolaus, wo bleibst du?» (Baeschlin Verlag), das letztes Jahr so schnell ausverkauft war, ist soeben in der zweiten Auflage erschienen. Und dann wurde meine Weihnachtsgeschichte «Das Geheimnis der Bären» neu illustriert, was ein grosses Kompliment für mich ist. Es bedeutet, dass sie nach 20 Jahren immer noch aktuell ist. Die russische Illustratorin Anastasia Arkhipova hat wundervolle Bilder gemalt. Einfach toll. Übrigens: «Das Geheimnis der Bären» habe ich ursprünglich für Erwachsene geschrieben. Es ist zuerst als Weihnachtsgeschichte in einer Zeitung erschienen, später wurde ein Bilderbuch daraus, und nun lebt die Geschichte mit neuen Bildern weiter. «Das Geheimnis der Bären» ist eben in die Buchhandlungen gekommen.

Verlosung:
Zum Geburtstag der «Zebra»-CD gibt es ein Zebra-Set zu gewinnen: Ein Mail mit Betreff «Zebra» an meb@kinderthur.ch schicken und an der Verlosung teilnehmen! Berücktichtigt werden Mails, die bis am 31. Oktober 2018 eingehen. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt.)

 

Das Geheimnis der Bären
Bruno Hächler / Anastasia Arkhipova
Verlag minedition
ISBN: 978-3-86566-390-0
Ab 3 Jahren

 

 

 

 

 

«Nikolaus, wo bleibst du?»
Bruno Hächler / Friederike Rave
Bäschlin Verlag
ISBN: 978-3-85546-315-2
Ab 4 Jahren

By | 2018-10-25T10:50:53+00:00 October 25th, 2018|Familienalltag, Special, Spracherwerb und Leseförderung|0 Comments